Die Leichtathletik als natürlichste Sportart bietet sich als ideale Breiten-Sportart an. Jeder ist in der Lage, leichtathletisches Laufen, Springen und Werfen durchzuführen. Die Ausübung der Leichtathletik ist an beinahe jedem Ort möglich.

Breitensport ist vielfältig, wegen des Fehlens von verbindlichen Regeln leicht veränderbar und offen für neue Entwicklungen. Darin steckt aber auch das Risiko der sportlichen Unverbindlichkeit und der Beliebigkeit. Beides verhindert ein Profil der Sportart.

Der Leichtathletik-Verband Nordrhein hat aus diesem Grund im Jahr 2002 eine Breitensportkonzeption entwickelt, in der aus dem Selbstverständnis der Leichtathletik heraus aktuelle und zukünftige Inhalte des Breitensports in der Leichtathletik sowie notwendige Arbeitsschritte zur Erweiterung und Verbesserung des Angebotes beschrieben werden. Die Konzeption soll einen inhaltlichen Rahmen stecken, aber zugleich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Orientierungsrahmen für ihre Arbeit vor Ort wie auch eine verbandliche Heimat und Rückendeckung garantieren.

Einige Details sind zwischenzeitlich erledigt, die Ziele der Konzeption sind nach wie vor gültig.

 

1 Vorwort

Gesellschaftliche Entwicklungen

Gesellschaftliche Entwicklungen zwingen auch die Sportorganisationen, ihre Positionen, Ziele und Aufgaben immer wieder in Frage zu stellen, zu überdenken und zu überarbeiten.

Die demographischen Veränderungen mit einer Altersstruktur über 60 Jahre für ein Drittel der Bevölkerung im Jahre 2030, die Verlagerung der Erlebniswünsche zum Neuen, Besonderen und Lustbetonten und das Bedürfnis nach Gesundheit, Wohlbefinden und Fitness sind Gegebenheiten, auf die auch die Sportvereine, Verbände und Bünde eingehen müssen.

Auch der Leichtathletik-Verband Nordrhein (Kurzform LV Nordrhein oder LVN) hat sich mit diesen Entwicklungen immer wieder von Neuem auseinander zu setzen. Er hält Breitensport für besonders geeignet, diese Herausforderungen anzunehmen und zu erfüllen.

Breitensport im Leichtathletik-Verband NordrheinDer Leichtathletik-Verband Nordrhein versteht unter Breitensport im Kern alle Sportangebote, die nicht eindeutig zum Leistungssport gehören:

  • Leichtathletik mit und ohne Wettkämpfe
  • Sportangebote für Freizeit und Urlaub
  • Sportangebote für Gesundheit und Wohlbefinden
  • Sportangebote für Geselligkeit und Gruppenerlebnisse
  • Sportangebote für Ungeübte und Nicht-Leistungsambitionierte
  • Sportangebote für Zielgruppen jeden Alters, Leistungsstandes und Geschlechts

Breitensport ist eine selbstständige Säule der Leichtathletik. Sie kann eine Zubringerfunktion zum Leistungssport erfüllen, und ergänzt diese zweite Säule der Leichtathletik.

Breitensportkonzeption

Die neue Breitensportkonzeption ist eine seit 1992 lange überfällige Standortbestimmung. Sie dient als Neuorientierung und Handlungskonzept für die kommenden Jahre bis 2006.

 

2 Zielvorstellungen von Leichtathletik-Breitensport

Ausgangspunkt der Neubearbeitung der Breitensportkonzeption waren die wünschenswerten Ziele des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein. Daraus werden ohne Wertung und Reihenfolge folgende Zielbereiche beschrieben:

  • Geistig-soziales und körperliches Wohlbefinden
  • Erlebnisse, Umweltschutz, Naturerlebnis, Gemeinschaft
  • Sportangebote für Nicht-Vereinsgebundene und Vereinsmitglieder
  • Gesundheitsvorsorge, Gesundheitsfürsorge, Gesundheitsnachsorge
  • Gewinnung und Erhalt von Mitgliedergruppen (z. B. Familien, Kinder, Ältere)
  • Randgruppenangebote
  • Erweiterung und Stärkung der Organisationsstrukturen
  • Attraktivierung der traditionellen Leichtathletikangebote und Entwicklung von Variationen

Die Zielbereiche sind im Folgenden entsprechend geordnet.

Erlebnisse

Die Sportart Leichtathletik kann durch Breitensport viele Erlebnisse vermitteln. Im Training kann in der Gruppe gemeinsam mit Anderen geübt werden. In freier Natur können Wetter, Jahreszeiten und Temperaturunterschiede gespürt und die Umwelt bewusst wahrgenommen werden.

Wellness, Fitness, Gesundheit

Durch Üben und Trainieren kann man Belastung, Ermüdung und Erholung spüren. Fitness wird verbessert und Wohlbefinden stellt sich ein. Breitensport kann helfen, Gesundheit wiederzugewinnen, zu erhalten, zu stabilisieren und gegen Krankheiten vorzubeugen.

Zielgruppen, Mitgliedergewinnung, freie Angebote

Leichtathletik-Breitensport kann dem Verband mehr und neue Mitgliedergruppen zuführen. Familien, Vorschulpflichtige, Kinder und Ältere, Randgruppen und Menschen in besonderen Lebenslagen können in Vereinen und freien Vereinsangeboten zusammenfinden.

Organisationsstrukturen

Der Leichtathletik-Verband Nordrhein muss durch Breitensport seine Organisation auf den verschiedenen regionalen Ebenen erweitern, stärken und verbessern. Neue Mitarbeiter können in neuen Wirkungsfeldern tätig werden.

Attraktivierung von Leichtathletik

Breitensport nutzt die traditionelle Bandbreite der Leichtathletik zu vielfältigen und attraktiven Formen von Spiel, Sport und Bewegung. Variationen von Leichtathletik schaffen Angebote auch für Nicht-Leistungsambitionierte.

 

3 Hemmungsfaktoren und Lösungsansätze

Vor Erreichen der Zielvorstellungen für Leichtathletik-Breitensport stößt man auf eine Menge von Problemen. Diese Hemmungsfaktoren liegen in der traditionellen Leichtathletik selbst, in ihrer Entwicklung und in den Besonderheiten als Arbeits- und Leistungssportart, die durch die Forderung „schneller – höher – weiter“ geprägt wird.

Als Hemmungsfaktoren kann man nennen:

a) Starres Regelwerk und Bewegungstechniken mit absoluten Bewertungsmaßstäben
b) Individualsportart
c) Verkrustete Strukturen mit konservativ ausgerichteten Mitarbeitern
d) Leichtathletik ist nur Laufen, Springen, Werfen und deren Ergebnis-Bewertung
e) Fehlende Mitarbeiter für Leichtathletik-Breitensport
f) Fehlen einer durchgängigen Breitensportstruktur
g) Mangelnde Aufgeschlossenheit für freie Leichtathletikangebote
h) Konkurrenz anderer Anbieter von Breitensport
i) Leistungsergebnis ist wichtiger als Leistungserlebnis
j) Mangelnde finanzielle Mittel, fehlende Sponsoren

Die Überwindung der Hemmungsfaktoren durch neue Ansätze kann die Breitensportentwicklung vorantreiben.

Zu a) Starres Regelwerk und Bewegungstechniken mit absoluten Bewertungsmaßstäben
Mit der Ausrichtung auf Leistung und Ergebnis sind absolut feste Regeln verbunden (IWB, LAO, VAO).

Neuer Ansatz:

Leichtathletikregeln gelten nur im offiziellen Wettkampfprogramm. Im Breitensport werden variable Regeln eingebracht. Teilnehmer können unabhängig von Alter und Geschlecht in einem Wettkampf starten. Kampfrichter werden von den Teilnehmern gestellt. Regeln können nach örtlichen Gegebenheiten, Wetter, Anzahl der Teilnehmer, Gelände und Geräten entsprechend angepasst werden. Bewältigung von Mindestaufgaben wird zum Wettkampfziel.

Zu b) Individualsportart, mangelnde Angebote für neue Zielgruppen
Die Leichtathletik ist durch die Überbetonung des Einzelathleten und seine Leistung als persönliche Werteskala in der Einordnung in eine Ergebnisliste geprägt. Auch die Zielgruppen des Wettkampfsports schränken aus organisatorischen Gesichtspunkten die Teilnehmerzahlen nach den Wettkampfbestimmungen ein.

Neuer Ansatz:

Gruppenwettbewerbe, Mannschaftswertungen sollen größere Bedeutung erhalten. Das Wettkampfsystem ist entsprechend zu ändern bzw. zu erweitern. Typische Gruppenangebote wie Familiensport, Betriebssport und Gruppierungen nach Alter, Beruf und Hobby müssen Betätigungsfelder bekommen. Vollkommen neue Gruppen wie Vorschulpflichtige, Ältere (nicht Senioren im Sinne der M- und W-Klassen), Gesundheitssportler, Rehabilitanten (nach Herzinfarkt und Krebs) und Kurgänger müssen angesprochen und auf die vielfältigen Möglichkeiten von Leichtathletik-Breitensport hingewiesen werden.

Zu c) Verkrustete Strukturen, traditionell-konservativ ausgerichtete Mitarbeiter
Die traditionelle Leichtathletik hat über Jahrzehnte Wettkampfstrukturen, Regelwerk und besonders die Funktionäre geprägt. Die Leichtathletik ist in allen Angelegenheiten durch amtliche Bestimmungen festgelegt.

Neuer Ansatz:

Breitensportmitarbeiter werden in entsprechenden Schulungen auf neue Aufgaben in der Wettkampf-Leichtathletik des Breitensports vorbereitet. Kampf-„Richter“ werden auf Breitensport eingestellt. Übergetretene Sprünge können durchaus gemessen werden, ausgeschiedene Kinder werden durch Hoffnungsläufe vor großer Enttäuschung bewahrt. Die zuständigen Funktionäre stellen sich auf vollkommen neue Wertungen ein.

Zu d) Traditionelles Selbstverständnis von Leichtathletik
Leichtathletik ist belegt mit Begriffen wie Wettkampf, Meisterschaft und Rekord.

Neuer Ansatz:

Durch Erlebnisorientierung und Abgehen von festen Regeln wird der Versuch eingegangen, von der klassischen Leichtathletik mit Lauf, Sprung und Wurf abzugehen. Kombinationen unterschiedlicher leichtathletischer Disziplinen mit Bewegungsaufgaben aus anderen sportlichen Bereichen (Turnen, Orientierungswettbewerbe, Radfahren, Schwimmen, Inline-Skating u.a.) lassen die Leichtathletik weniger stark dominieren (Mischmehrkämpfe). Die klassischen Leichtathletikdisziplinen werden durch Variationen in Art, Umfang und Regelvorschrift zu Leichtathletik-Breitensport (Relativ-Hochsprung, Zeitschätzlauf, Weit-Hochsprung, Zick-Zack-Sprint, Gruppenlauf u.ä.).

Zu e) Fehlende Mitarbeiter für Breitensport-Leichtathletik
Für die Umsetzung von Breitensportangeboten und die Verbreitung von Breitensportprogrammen fehlen sowohl in Zahl als auch in Qualität Mitarbeiter. Die Sammlung, Bündelung und Verbreitung von Ideen im Breitensport der Leichtathletik ist damit durchgreifend nicht möglich.

Neuer Ansatz:

Mitarbeiter im Breitensport werden dort gesucht und angesprochen, wo Breitensport praktiziert wird. Die anstehenden Aufgaben in der Breitensportentwicklung des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein werden projektartig beschrieben und klar umrissene Aufgabenbereiche interessierten und geeigneten Mitarbeitern angetragen. In besonderem Maße sind hierzu die Lehrgangsmaßnahmen des Verbandes zu nutzen.

Zu f) Fehlen einer durchgängigen Breitensportstruktur
Die auf Verbandsebene definierten Aufgabenbereiche im Breitensport und die zweifelsfrei vorhandenen vielfältigen Initiativen auf der Ebene der Vereine und der Treffs sind nicht in einer durchgängigen Breitensportstruktur verbunden. Insbesondere auf der Ebene der LVN-Kreise sind kompetente Ansprechpartner für die einzelnen Fachbereiche des Breitensports nur unzureichend verankert. Zentrale Maßnahmen und Programme werden so nicht mit Überzeugung auf der Kreisebene verbreitet und unterstützt. Eine flächendeckende Erfassung der tatsächlichen Breitensportaktivitäten in der Leichtathletik und die Sammlung von Ideen an der Basis ist somit nicht möglich.

Neuer Ansatz:

Die Besetzung von Breitensportfunktionen in den LVN-Kreisen muss konsequent verfolgt und umgesetzt werden. Voraussetzung dafür ist die Suche und Gewinnung von engagierten und kompetenten Mitarbeiter, die sich den Kreisen für die Besetzung eines Aufgabenbereiches anbieten (siehe auch e). Die Bildung von kleinen fachbezogenen Arbeitskreisen auf Verbandsebene kann hierfür eine Keimzelle darstellen, die für ihr jeweiliges Fachgebiet weitere geeignete Personen anspricht und bindet, um zuletzt über alle Kreise ein Netz als geschlossene Struktur für den Breitensport zu knüpfen.

Zu g) Mangelnde Aufgeschlossenheit für freie Leichtathletikangebote
Die Akzeptanz von nicht reglementierten Angeboten der Leichtathletik, insbesondere freier und leistungsungebundener Aktivitäten, ist in den Reihen der traditionell ausgerichteten Leichtathleten nicht ausgeprägt. Die Identifikation mit dem weiten Feld des Laufens, Springens und Werfens als Kernteile der Sportart Leichtathletik findet nicht oder nur unzureichend statt, wenn es nicht als traditioneller Wettkampf angeboten wird. Die Emanzipation von Leichtathleten, die über den Breitensport Zugang zur Leichtathletik gefunden haben, wird damit zumindest erschwert.

Neuer Ansatz:

Die Integration von Breitensport und Leistungssport in der Leichtathletik muss voran getrieben werden. Hierzu sind sowohl gemeinsame Kontakte von Mitarbeitern beider Bereiche erforderlich wie auch die Durchführung von Veranstaltungen, die freie Leichtathletikangebote und traditionelle Wettkämpfe miteinander verbinden. Voraussetzung ist eine programmatische Entscheidung der Verbandsführung und die konsequente Darstellung aller Angebotsformen der Leichtathletik als gleichberechtigte Bestandteile der Sportart.

Zu h) Konkurrenz anderer Anbieter von Breitensport
Breitensport-Leichtathletik ohne Wettkampfbezug stößt auf die unterschiedlichsten Konkurrenten. Andere Fachverbände, Reise- und Urlaubsveranstalter, Jugendorganisationen und Einrichtungen für Rehabilitationsmaßnahmen bedienen sich leichtathletischer Angebote.

Neuer Ansatz:

Der große Komplex der allgemeinen Sportangebote des Freizeitsports ist neben der Wettkampfleichtathletik an die oben genannten Zielgruppen heranzutragen. Besondere Bedeutung kommt den Vorschulpflichtigen und Älteren zu. Vorbereitungen auf Urlaub, Wochenende und Kursfreizeiten können Inhalte unseres Breitensportangebotes werden.

Zu i) Ergebnisorientierung
Alles Üben und Trainieren ist dem Ziel eines guten Ergebnisses im Wettkampf untergeordnet. Das Leistungsergebnis ist vorrangig.

Neuer Ansatz:

Trainingsergebnisse und Leistungstests treten in den Hintergrund oder entfallen. Üben mit dem Partner und in der Gruppe treten in den Vordergrund. Trainingsaufgaben mit Schwerpunkten durch Natur- und Umweltbewältigung werden gestellt. Die Entwicklung der messbaren individuellen Leistung wird damit jedoch nicht eingeschränkt. Alle Teilnehmer bei Wettkämpfen sind Sieger!

Zu j) Mangelnde finanzielle Mittel, fehlende Sponsoren
Unterstützung durch Behörden und private Sponsoren sowie Medien erhalten in der Leichtathletik ausschließlich Leistungs- und Spitzensport. Förderung des Leichtathletik-Breitensports entfällt – bis auf zweckgebundene Aktionen – weitestgehend.

Neuer Ansatz:

Für Breitensportentwicklung in der Leichtathletik sind Förderer erfolgsversprechend nur auf den unteren regionalen, auf den Ortsebenen zu finden. Dabei sind die Bestrebungen auf den Zweck des Sportsangebotes zu konzentrieren (z. B. Gesundheitsangebote für Kurgänger durch Krankenkassen, Freizeitsportangebote mit entsprechenden Veranstaltern von Messen und Ausstellungen, Sport für Vorschulpflichtige mit karitativen oder kirchlichen Einrichtungen usw.).

Die Behandlung aller Breitensportprobleme der Leichtathletik durch neue Ansätze erfordert ein Umdenken bei allen Beteiligten und wird sicherlich nur in einem langwierigen Prozess zu bewerkstelligen sein.


4 Bearbeitungskriterien

Bei der Beurteilung einer Breitensportkonzeption für den Leichtathletik-Verband Nordrhein sollen die unterschiedlichsten Gesichtspunkte angesprochen und untersucht werden. Die nachfolgend beschriebenen Bearbeitungskriterien müssen einer dauernden Überprüfung unterzogen werden.

Zielgruppen

Kinder, Vorschulpflichtige, Grundschulkinder, Jugendliche, Erwachsene, Seniorensportler, Ältere, Betriebssportgruppen, Familien, Jugendpflege-Organisationen, karitative Einrichtungen, Schulen, Hochschulen, Erwachsenen-Bildungsstätten, Gesundheitseinrichtungen

Service

Allgemeine Informationen, Geräte- und Materialhilfe, Beratung über lokale Organisationen, Kontaktvorbereitung

Abzeichen

Laufabzeichen in den unterschiedlichsten Ausführungen und Angeboten, Mehrkampfabzeichen, Sportabzeichen als allgemeines Abzeichen mit 80% leichtathletischen Inhalten, Walking-Abzeichen, weitere Abzeichen aus sich ergebenden Aktivitäten, Testnachweise (Cooper-, Step-, Pulstest usw.)

Laufen, Walking

Lauf-Treff, Walking-Treff, Laufveranstaltungen, Walking-Veranstaltungen, Meisterschaften, Wandern, alternatives Laufen

Umwelt

Sport in der Umwelt (allgemein), Lärm bei Training und Veranstaltungen, An- und Abreise von Athleten und Zuschauern, Entsorgung von Schmutz, Materialien, umweltfreundliche Geräte und Bauten, Bewegung am Arbeitsplatz

Gesundheit

Allgemeine Fitness, Herz-Kreislauf-Verbesserung, Vorsorge, Nachsorge, Koordinationsverbesserung für Kinder und Ältere im Alltag, Körperbewusstsein, Wohlbefinden, Geselligkeit, Kommunikationspflege

Mitarbeiter

Organisationsstruktur der Leichtathletik, Mitarbeiter auf den verschiedenen Ebenen (Verband, Kreis, Verein), Bildung, Ausbildung (nicht nur in Trends), Animateure, Übungsleiter / Trainer, Breitensportübungsleiter mit Bezug zur Gesamtleichtathletik

Veranstaltungen

Sportfeste, Spielfeste, alternative Meisterschaften, Abzeichenvorbereitungen, Abzeichenabnahmen, Run-up - Trimm-Trab ins Grüne, Aktionstage mit Schwerpunkten (Gesundheit, Politik, Umwelt, Ernährung usw.), Bundesjugendspiele, gesellschaftliche Veranstaltungen (Weihnachtsfeiern, Tanz in den Mai, Saisonauftakt, Bestenehrung), Schulwettkämpfe, Wettkämpfe Schule-Verein, „Triathlon einmal anders“, Jedermann-Zehnkampf, Aktionstag „Richtig fit mit Laufen“

Entwicklungen, Veränderungen

Verbindungen zu anderen Sportarten prüfen und herstellen, ständige Überprüfung von Leichtathletik zur Freizeitgestaltung, Beobachtung von Freizeit- und Bewegungsräumen auf und am Sportplatz und an Sporthallen, in der Natur, Beobachtung und Überprüfung von Lehr- und Informationsangeboten der „benachbarten“ Sportverbände und Schulungseinrichtungen, Blick über den Zaun zu anderen Veranstaltern aus den Bereichen Freizeit, Urlaub, Reise, Gesundheit, Events, Abenteuer

Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen

Breitensportkalender, Internet, Breitensportveranstaltungen (auch anderer Veranstalter), Handzettel für spezielle Maßnahmen und Veranstaltungen, Pressearbeit auf allen Verbandsebenen, Gewinnung von Presse zwecks Werbung und Berichterstattung, Kontaktaufnahme zu Radio und Fernsehen (spezielle Kontaktpflege zum örtlichen Radio und Fernsehen), Darstellung im Internet und konsequente tägliche Pflege, Gewinnung von Sponsoren, Druck von allgemeinen und speziellen Plakaten mit der Chance zum Eindruck, Entwicklung von Logo und Aufklebern, Nutzung und Kontaktpflege in Publikationen anderer Verbände und Organisationen (auch nicht-sportliche wie Krankenkassen, Gesundheits- und karitative Einrichtungen).

 

5 Umsetzung

Nachdem Ziele, Probleme und Bearbeitungskriterien festgelegt sind, erfolgt eine Bestands- und Fehlbedarfsermittlung für den Breitensport im LV Nordrhein. Im Folgenden wird nun der Ablauf und die Verantwortlichkeit für die Umsetzung in den nächsten Jahren für die einzelnen Komplexe festgelegt. Die zeitliche und personelle Umsetzung der nachfolgend beschriebenen Aufgaben erfolgt über die jeweiligen Jahresplanungen.

Allgemeine Mitarbeiterstruktur

Ziel:
Schaffung ausreichender personeller Voraussetzungen für Breitensport, Anerkennung, Förderung und Stabilisierung der Breitensportposition im Verband und bei allen Mitarbeitern in Verband, Kreisen und Vereinen

Aktuelle Situation:
Breitensport wird im LVN-Präsidium durch den Vizepräsidenten vertreten. Satzungsgemäß kann Breitensport vom Präsidium durch Bildung von Aufgabenbereichen und Berufung von entsprechenden Mitgliedern wahrgenommen werden.
Auf Kreisebene ist Breitensport formal durch eine ähnliche „Kann“-Ergänzung abgedeckt.
Die Wahrnehmung von Breitensportinteressen und -tätigkeiten ist zufällig abhängig von personellen Gegebenheiten. Neben dem durch die Verwaltungsordnung für den Vizepräsidenten festgelegte Wahrnehmung des Breitensports gibt es z. Zt. Warte für Lauf-Treff, Walking, Lehrarbeit und allgemeinen Breitensport.
In den Kreisen gibt es heute 11 Breitensportwarte, 13 Lauf-Treff-Warte und 14 Abzeichenobleute.

Aufgaben:
Verbesserung der Breitensportsituation im LVN
- Umsetzung der neuen Breitensportkonzeption
- Mitglieder-Werbekampagne
- 10-Punkte-Programm für Kreise
- Erstellung von Aufgabenbeschreibungen für Breitensportmitarbeiter in Verband und Kreisen

Abzeichen

Ziel:
Vertrieb von Mehrkampf-, Lauf- und Walking-Abzeichen zur Werbung für Leichtathletik und zur Mitgliedergewinnung; Verbreitung des Deutschen Sportabzeichens als ‚Leichtathletik’-Abzeichen

Aktuelle Situation:
Abzeichenobleute für den Vertrieb sind im Verband und in den Kreisen vorhanden und erfolgreich tätig. Werbematerialien sind vorhanden. Die Bedeutung des Deutschen Sportabzeichens als ‚Leichtathletik’-Abzeichen ist weitgehend nicht anerkannt. Kontakte zu SSB / KSB sind kaum vorhanden oder gepflegt.

Aufgaben:
- Berufung eines LVN-Abzeichenobmannes zur Aktivierung des gesamten Abzeichenwesens im LVN

- Erstellung eines Arbeitspapiers für Kreis- und Verbands-Abzeichenobmann zur Motivation und Verbesserung des Engagements sowie als Aufgaben-Beschreibung

- Organisationsplan und Aufgabenbeschreibung für die zukünftige Zusammenarbeit mit SSB- / KSB- Obleuten für das Sportabzeichen

Lauf-Treff und Walking

Ziel:
Verbreitung der Lauf-Treff- und Walking-Bewegung, Verbesserung der Personalstruktur, Anerkennung und Nutzung für die Mitgliedergewinnung

Aktuelle Situation:
Werbematerialien sind vorhanden, Lauf-Treff-Warte sind in 13 Kreisen verankert, z. Zt. bestehen 273 Lauf-Treffs und 68 Walking-Treffs.
Bedingt besteht eine Anbindung an Vereine. Es herrscht eine geringe Anerkennung der Bedeutung für Breitensport-Leichtathletik in Kreisen und Vereinen.

Aufgaben:
- Inhaltsbeschreibung und Abstimmung von konkreten Lehrinhalten

- Bestrebungen und Konzept für die Kampagne „Jedem Verein seinen Lauf-/Walking-Treff“

- Erstellung eines Arbeitspapiers mit dem Ziel der Integration der Walking-Treffs in Lauf-Treffs

- Einrichtung von Lehrteams für die dezentrale Aus- und Fortbildung auf Kreisebene

- Aktionspapier zur Motivation (Sinnesänderung) der Kreis- und Vereinsverantwortlichen zwecks „Wertsteigerung“ der Lauf-Treffs und Walking-Treffs als Breitensport-Schwerpunkt.


Aus- und Fortbildung

Ziel:
Schaffung personeller Voraussetzungen für qualifizierte Übungsleitung und Betreuung im Breitensport der Vereine unter besonderer Berücksichtigung aktueller Trends und neuesten Kenntnisstands.

Aktuelle Situation:
Ausbildungskonzeption für C-Trainer Breitensport ist vorhanden (Modulsystem). Die Angebote werden nur bedingt wahrgenommen (nicht ausreichende Publikation). Ein festes Lehrteam fehlt.
Lauf- und Walking-Betreuer-Ausbildung werden angeboten und rege wahrgenommen. Entsprechende Lehrteams sind nicht vorhanden.

Aufgaben:
- Publizierung der C-Trainer-Ausbildung durch Werbematerial und Ausschreibungen auch über örtliche Presse und Internet verbessern

- verbindliche jährliche Teilnahme pro Kreis an der C-Trainer-Ausbildung Breitensport

- Aufstellung eines Lehrteams für die C-Trainer- Ausbildung

- Aufstellung eines Lehrteams für Verbands- und Kreis-Ausbildung für Lauf- und Walking-Betreuer

- Erstellung von Ausbildungskonzepten für Sonder-Lehrgänge (z. B. Prävention)

- Erstellung eines Lehrordners für alle Ausbildungen

Veranstaltungen

Ziel:
Werbung für Leichtathletik-Breitensport und Gewinnung neuer Zielgruppen und Wirkungsbereiche, allgemeine Breitensport-PR

Aktuelle Situation:
Die vom DLV auf / für Landesverbandsebene angebotenen Veranstaltungen werden teilweise durchgeführt. Bis auf „Run up – Trimm-Trab ins Grüne“, der auch auf Kreisebene erfolgreich durchgeführt wird, sind keine Erfolge festzustellen. Handreichungen für Kreise, Vereine und Abteilungen fehlen weitgehend.

Aufgaben:
- Überprüfung der DLV- und anderer Angebote auf Durchführbarkeit und Werbewirksamkeit für Breitensport auf Verbands-, Kreis und Vereinsebene

- Erstellung von Handlungskonzepten für Aktionen, Veranstaltungen und Dauermaßnahmen als Hilfen für Veranstalter und Vertrieb

Finanzen, Sponsoring, Wirtschaft

Ziel:
Beschaffung ausreichender Mittel zur Vorbereitung und Umsetzung aller Projekte für den Breitensport im Landesverband.
Aufzeigen von Möglichkeiten zur Gewinnung von finanziellen Mitteln im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ auf Kreis- und Vereinsebene.
Werbung jeglicher Art für Breitensport im LVN.

Aktuelle Situation:
Auf Maßnahmen bezogene Mittel (z. B. für Lehrarbeit) stehen bedingt zur Verfügung. Mittel für Öffentlichkeitsarbeit bzw. Werbemaßnahmen und Aktionen zur Mitgliedergewinnung fehlen weitgehend. Erfolge sind zufällig und von Einzelpersonen abhängig. Kreise und Vereine sind sich auf diesem Gebiet selbst überlassen.

Aufgaben:
- Erstellung von Handreichungen zur Werbung für Breitensport auf Verbandsebene unter Einsatz entsprechender Sponsoren

- Breitensportwerbung auf Kreis- und Vereinsebene mit konkreten Hilfen zur Gewinnung von Sponsoren und Hinweise auf Zieladressen sowie Verfahrensvorschläge

- Erstellung einer Gesamtkonzeption für Breitensport-Sponsoring und Hinweise auf Umsetzung auf Kreisebene

- Einstellung von Verbandsmitteln zur Werbung für Breitensport mit entsprechenden Aktionen

- Mittelbereitstellung für das 10-Punkte-Programm zur Aktivierung der Kreise